Ermittlung der Ehefähigkeit (Österreich)

Bei der Anmeldung zur standesamtlichen Trauung ermittelt der/die StandesbeamtIn in einer mündlichen Besprechung:

– die rechtliche Ehefähigkeit:

Männer und Frauen werden mit dem vollendeten 18. Lebensjahr ehefähig (volljährig). Es bedarf einer rechtskräftigen Ehemündigkeitserklärung, wenn die heiratswillige Person zwischen 16 und 18 Jahre alt ist. Das Gericht erklärt eine Person auf Antrag für ehemündig, wenn der zukünftige Ehepartner bzw. die Ehepartnerin bereits volljährig ist UND die ehewillige Person für die Ehe  reif scheint.

– Eheverbote

Eine Ehe zwischen Blutsverwandten gerader Linie (z.B. Vater und Tochter) oder zwischen Geschwistern bzw. Halbgeschwistern darf nicht geschlossen werden. Dies gilt auch dann, wenn die Blutsverwandtschaft auf unehelicher Geburt beruht.

Zwischen Adoptivmutter/Adoptivvater und Adoptivkind darf keine Ehe geschlossen werden, solange das Adoptivverhältnis nicht aufgelöst wurde.

Man darf keine Ehe eingehen, solange noch eine Ehe besteht bzw. bei aufrecht eingetragener Partnerschaft. Es ist unerheblich, wenn kein Zusammenleben vorliegt. Erst wenn die Ehe (eingetragene Partnerschaft) aufgelöst wird (z.B. durch Scheidung, Tod, Aufhebung) bzw. für nichtig erklärt wurde, darf eine neue Ehe (eingetragene Partnerschaft) geschlossen werden.

Über diese Verhandlung wird eine Niederschrift über die Ermittlung der Ehefähigkeit verfasst.

– Fristen:

Die Anmeldung zur standesamtlichen Trauung kann frühestens sechs Monate vor dem gewünschten Trauungstermin vorgenommen werden, da die Niederschrift zur Ermittlung der Ehefähigkeit nur maximal sechs Monate gültig ist. Eine Mindestfrist ist nicht mehr vorgesehen, jedoch beträgt die durchschnittliche Wartezeit in größeren Städten zwei bis sechs Wochen.

Die Bekanntmachung eines Aufgebotes (Aushang an der Gemeindeamtstafel) gibt es in Österreich nicht mehr.

Kommentar verfassen